Stadt Krautheim

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Synagoge und Judenschule – Brunnenstraße 23, Flstnr. 35

1860 erbaut die israelitische Gemeinde die Synagoge in der Brunnengasse neben der seit 1770 bestehenden Judenschule, die eigentlich auch eine Synagoge war. 

1940 Synagoge für 800 RM an Gemeinde verkauft, 1941 für 500 RM an Volksbank Krautheim. Nach Einziehen einer Zwischendecke nach dem Krieg Nutzung als Betrieb einer Zuckerbäckerei durch Firma Kolacek, dann als Wohnraum, Vereins-Probelokal (1954); Schulräume für Realschule 1955/56. 1974 zum Abbruch an Dieter Weirether verkauft; er baut dort landwirtschaftliche Gebäude. In der Judenschule waren 1942 10-12 belgische Kriegsgefangene interniert, als landwirtschaftliche Arbeiter im Einsatz, gutes Verhältnis zwischen ihnen und Ortsansässigen. Die Beziehung zu polnischen Zwangsarbeitern, die in deutschen Familien untergebracht waren, war nach Zeugenaussagen nicht so gut.

Hitlerjugend aus einer Bauländer Gemeinde habe Synagoge etwas durcheinandergebracht, ansonsten auch beim Novemberpogrom (Reichskristallnacht) vom 9. auf 10.November 1938 keine Zerstörungen.

Außerhalb der Ortslage:
Jüdischer Friedhof
 - Gewann Im Zücker, Flstnr. 2237, am alten Neunstetter Weg. Vollständige Ummauerung, Belegung von 1837 bis 1940. 117 Grabsteine, alle dokumentiert. Bis 1837 wurden die Verstorbenen in Berlichingen beigesetzt (seit 1623, 1197 Grabsteine). 1944 beschlagnahmt das Deutsche Reich die Judenfriedhöfe. Die noch gut erhaltenen Granitgrabsteine wurden Steinmetzen angeboten. In Krautheim, wie andernortes auch (Hohebach, Merchingen), ohne Interesse, daher Erhalt des Friedhofes, heute Pflegeaufgabe der Gemeinde.

Jüdische Häuser: Die Architektur der Häuser Kuttner, ehemals Rothschild, und Hermann (am Tor), ehemals Müller, mit städtischen Stilelementen zeugt  von einem gewissen Wohlhaben der Bauherren. Es gab aber auch mehrere Juden in einfacheren Wohnverhältnissen bzw. älteren Häusern wohnend (Haus Morhart , Haus Schäfer); in der Hauptstr. gab es 2 jüdische Metzger, ein Kurzwaren-/Textilien geschäft …) Juden prägten über 700 Jahre das Bild der Stadt mit. Sie siedelten sich bereits im 13. Jahrhundert bei der Burg an. Bei der Judenverfolgung durch die Banden des Ritters Rindfleisch wurden am 26. Juli 1298 19 Juden in der Stadt erschlagen. 1791 waren 14 % (63 Personen) der Einwohnerschaft Juden. 1875 war die absolute Höchstzahl mit 85 Personen (11,1 % der Bevölkerung) erreicht. Am 1.1.1930 lebten in Krautheim in 11 Familien 30 Juden. Viele sind später nach USA ausgewandert.

Brand der Scheune Weirether am 10.01.2004, Abbruch zusammen mit dem Wohnhaus, einem ehemaligen Wohnstallhaus mit vermutlich spätmittelalterlichem Keller, im Kern aus dem 16./17. Jahrhundert. Die Stadtmauer wird jetzt auf größere Länge bis zum Stadttor auch bergseits zur Schau gestellt.

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Kontakt

Stadtverwaltung Krautheim
Burgweg 5, 74238 Krautheim
Fon: 06294 98-0, Fax: 06294 98-48
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