Stadt Krautheim

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Brunnenstraße / Judengasse / Entengasse

Wir sind  an einem der wichtigsten Plätze der alten Stadt! 

Erste Krautheimer Wasserversorgung
Erste Krautheimer Wasserversorgung

Hier, wo jetzt die ehemalige Jugendherberge steht, war die einzige und somit sehr wichtige Stelle der ersten Krautheimer Wasserversorgung, wo aus dem sogenannten Stadtbrunnen, einem Wasserbehälter, das häusliche Trink- und Brauchwasser geholt wurde. Er diente auch als Brandwasserbehälter und hatte eine Viehtränke, vielleicht auch einen Waschplatz.

Die Versorgung mit Wasser ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für menschliche Siedlungen. Stadt und Burg Krautheim hatten von der Lage her den Vorteil, dass Wasser aus oberhalb liegenden Quellen (oberhalb der Gaststätte „Alte Mälzerei“, früher „Frische Quelle“ genannt) in freiem Gefälle zur Siedlung geleitet werden konnte. Andere Burgen, etwa Waldenburg oder die Würzburger Feste Marienburg, mussten 100 m und mehr tiefe Brunnen bis zum Talgrundwasser bauen, häufig in massiven Fels. Im Krautheimer Stadtbuch von 1559 ist schon eine Brunnenordnung niedergeschrieben mit Vorgaben zum Gebrauch und Umgang mit dem Wasser wie auch zu den Aufgaben des Wassermeisters.

Das Wasser wurde in Sandstein-Rohren (Deicheln) in die Stadt geleitet (Teile am Stadttor beim Museum bzw. im Lapidarium der Burg). Die 2. Generation der Krautheimer Wasserversorgung wurde 1892/93 aus gusseisernen Rohren gebaut mit 5 Saug- bzw. Ventilbrunnen, hier der einzige noch erhaltene und der einzige Ventilbrunnen, der „Gollsbrunnen“. Wasserleitungen bis ins Haus gab es damals noch nicht. Wasser wurde aus den Brunnen geholt und heimgetragen. Wegen der flachen Lage der Quelle unterhalb der alten Neunstetter Straße war das Wasser Umwelteinflüssen ausgesetzt und öfters bakteriologisch verunreinigt, insbesondere durch landwirtschaftliche Düngung, und auch bei Regen verschmutzt, getrübt. Deshalb bekam die Stadt zu Großherzogs Zeiten im 19. Jahrhundert immer wieder die Auflage, eine neue Wasserversorgung zu bauen. Der Gemeinderat drückte sich der Kosten wegen aber immer wieder mit anderen Vorwänden.

Erst 1931/32 wurde mit der Erschließung von Quellen im Beckental eine modernere, leistungsfähige Wasserversorgung für Tal- und Berg-Krautheim gebaut mit Pumpstation und je 1 Hochbehälter. Heute erhält Krautheim sein Trinkwasser aus leistungsfähigen Bohrbrunnen in der Jagsttalau zwischen Krautheim und Klepsau (ZV Wasserversorgung Jagsttalgruppe). Die Geschichte der Krautheimer Wasserversorgung ist sehr interessant, so auch wegen öfterer Streitereien zwischen Schlossbesitzer und Stadt-Bürgern über die gerechte Verteilung des manchmal wenigen Wassers.

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Kontakt

Stadtverwaltung Krautheim
Burgweg 5, 74238 Krautheim
Fon: 06294 98-0, Fax: 06294 98-48
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